• „Jede Entscheidung ist
    immer auch eine Gesundheitsentscheidung.“

    Prof. Dr. Dr. Ilona Kickbusch

 

Kernkompetenzen

AbsolventInnen eines Gesundheitsförderungs-Studiums besitzen ein breites Spektrum an beruflichen Kompetenzen und Fähigkeiten. Dazu gehören zum Beispiel (vgl. Bachelor-Studiengang Gesundheitsförderung und -management der Hochschule Magdeburg-Stendal):

  • Wahrnehmung von Aufgaben der Gesundheitsförderung im Umgang mit Individuen, sozialen Gruppen, Organisationen und Institutionen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und Handlungsfeldern
  • Konzeptentwicklung, Durchführung und Evaluation von komplexen gesundheitsfördernden Maßnahmen und Interventionen
  • Gestaltung von gesundheitsförderlichen Prozessen, um Menschen zu einem höheren Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit befähigen
  • Entwicklung und Anwendung von Strategien, um die zu Krankheiten führenden Lebensverhältnisse und persönlichen Verhaltensweisen zu verändern
  • Aufbau intersektoraler Kooperationen und Vernetzung von Akteuren
  • Überzeugung von Entscheidungsträgern und Durchführung öffentlichkeitswirksamer Aktionen
  • Gestaltung von Infrastrukturen zur Gesundheitsförderung
  • Planung, Durchführung und Evaluation von Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich Gesundheitsförderung
  • Erhebung, Auswertung und Publikation von gesundheitsrelevanten Daten und Zusammenhängen

Kompetenzbereiche

Von der International Union for Health Promotion and Education (IUHPE) wurde in den letzten Jahren ein international abgestimmtes Empfehlungspapier für Kernkompetenzen, Leitlinien und professionelle Standards der Gesundheitsförderung erarbeitet (sog. CompHP). Kernkompetenzen beziehen sich dabei auf eine Kombination von grundlegendem Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Werten, die für die Gesundheitsförderungspraxis erforderlich sind.

Dabei wurden neun Kompetenzbereiche von akademisch qualifizierten Fachkräften in der Gesundheitsförderung definiert (BZgA, 2014):

  1. Veränderung ermöglichen: Individuen, Gruppen, Gemeinschaften und Organisationen zum Aufbau von Kompetenzen für die Gesundheitsförderung befähigen, um die Gesundheit zu verbessern und gesundheitliche Ungleichheiten zu vermindern

  2. Anwaltschaftliches Eintreten (advocacy): mit und für Individuen, Gemeinschaften und Organisationen für eine Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden eintreten und Kompetenzen für Gesundheitsförderung aufbauen

  3. Vermittlung durch Partnerschaft: mit unterschiedlichen Disziplinen, Sektoren und Partnern zusammenarbeiten, um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Gesundheitsförderung zu verbessern

  4. Kommunikation: Gesundheitsförderung unter Anwendung angemesener Techniken und  Technologien wirksam für verschiedene Zielgruppen kommunizieren 

  5. Führung: zur Entwicklung einer gemeinsamen Strategie und Vision für Gesundheitsförderung beitragen; Mobilisierung und Management von Ressourcen

  6. Bewertung/Assessment: in Partnerschaft mit Stakeholdern Ressourcen- und Bedarfsanalysen durchführen; Kontext der politischen, sozialen, wirtschaftlichen, medizinischen, Verhaltens- und Umwelt-Determinanten von Gesundheit beachten

  7. Planung: messbare Gesundheitsförderungs-Ziele entwickeln aufgrund von Bedarfs- und Ressourcenanalysen in Partnerschaft mit Stakeholdern

  8. Umsetzung: Gesundheitsförderung effizient und effektiv, kulturell angepasst und ethisch in Partnerschaft mit Stakeholdern umsetzen

  9. Evaluation und Forschung: in Partnerschaft mit Stakeholdern angemessene Evaluations- und Forschungsmethoden anwenden, um die Reichweite, die Auswirkungen und Wirksamkeit von Gesundheitsförderung zu erfassen


Eine ausführliche und detaillierte Darstellung dieser Kompetenzbereiche findet sich in den beiden unten genannten Publikationen. Außerdem bietet die IUHPE seit 2014 eine Akkreditierung von beruflichen Akteuren der Gesundheitsförderung als „European Health Promotion Practitioner" (EuHP) an. Dazu muss neben einem einschlägigen Studium nachgewiesen werden, wie diese Komptenzbereiche über einen mehrjährigen Zeitraum beruflich erfolgreich umgesetzt wurden. Weitere Informationen hier

 

Literatur

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.) (2014). Das CompHP-Rahmenkonzept für die Gesundheitsförderung. Kernkompetenzen, Professionelle Standards, Akkreditierung. Reihe Konzepte, Band 5. Köln: BZgA. Download und kostenlose Bestellung

Speller, V., Parish, R., Davison, H., Zilnyk, A., and the CompHP Project Partners (2012). The CompHP Professional Standards for Health Promotion Handbook. Paris: IUHPE Download